Vor etwa einem Jahr haben wir beschlossen uns Hühner zuzulegen. Doch es sollten nicht irgenwelche sein, sondern eine seltene Rasse, am besten eine aus Baden. Nach kurzer Internetrecherche stieß ich auf das Sundheimer Huhn, welches Ende des 19.Jahrhunderts in der Gegend von Kehl für den Strassburger Markt gezüchtet worden war. Eine stattliche Zwienutzhühnerrasse, die gutes Fleisch geben und dazu noch verlässlich Eier legen sollte. Da diese Rasse ihrem Wesen und Charakter nach eher ruhig, ausgeglichen und wenig schreiwütig sein sollte und dazu sogar ziemlich hübsch aussah, war die Entscheidung gefällt. Wir wollten Sundheimer Hühner haben.

Doch wo bekommt man diese her? Auch hier half eine kurze Internetrecherche und wir fanden eine Züchterin in der Nähe, die Eier oder Küken zur Aufzcht anbot. Nach längerem Hin- und Herschreiben, hatte es dann doch nicht zeitnah klappen sollen und so schauten wir auf ebay-Kleinanzeigen und wurden sofort fündig bei einer netten Züchterin aus Niedersachsen, die uns zehn befruchtete Sundheimer Eier schicken konnte. Per Post kamen unsere Badenser Hühnereier nun auch physisch nach Baden.

Doch wie bekommt man die befruchteten Hühnereier nun ausgebrütet? Schon wieder mussten uns andere Leute helfen. Diesmal der örtliche Kleintierzuchtverein, der den Kontakt mit einem jungen Hühnerfreund aus Schallstadt zustande brachte, der unsere Eier für drei Wochen in die Brutmaschine legte und sich um das reibungslose Ausbrüten kümmerte.

So war es dann am 12.April 2016 soweit und wir konnten zehn gesunde Küken abholen. Drei der Küken hatten schwarze Punkte auf der Stirn und unser Bruthelfer meinte noch, daß das wohl Hähne seien und beim Rest könnten wir mit Hennen rechnen. Bis sich diese Vermutung bestätigen sollte, gingen aber erst mal ein paar Wochen ins Land ehe aus den flauschigen, süssen Küken aufmüpfige Junghennen und -hähne wurden, denen der kleine selbstgezimmerte Hühnerstall bald zu eng wurde.

Doch ein guter Hühnerpate sorgt vor und mit dem Beginn des Sommers konnte unsere Jungschar in den frisch gezimmerten Hühnerstall (siehe Link: garten-und-huhnerstall-fruhjahr-2016-2) umziehen.

Der Sommer zog ins Land und auch der Herbst und aus den Küken wurden sieben Hennen und drei stattliche Hähne. Doch Eier wollten die Hennen noch keine legen. Das Wetter musste wohl erst garstig werden, so daß es sich die Hühner zwangsläufig in ihrem Stall gemütlich machen mussten und siehe da, Ende November, nach mehr als sieben Monaten, lag ein erstes Ei im Nest. Schon bald kam das nächste und bis Ende Dezember legten die sieben Hennen jede etwa zwei Eier pro Woche, so daß wir mittlerweile jede Woche ein Päckchen schönste Biolandeier verschenken können.

Die Kälte hat den Sundheimern bisher nicht geschadet, nur die Stallpflicht wollen sie nicht so recht akzeptieren und büchsen gerne mal aus, wenn es das Wetter und der Wirt zulassen.

Als nächstes hoffen wir mal auf eine Glucke, so daß wir die Herde etwas vergrößern können. Kann man da irgendwie nachhelfen?

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